Materialien zum Themenkomplex: „Erhöhtes Suizidrisiko und Seelsorge im Tierseuchenfall“

Von Maren Heincke

Karin Jürgens hat 2002 eine Doktorarbeit veröffentlicht mit dem Titel
Jürgens, Karin (2002): Tierseuchen in der Landwirtschaft. Die psychosozialen Folgen der Schweinepest für betroffene Familien – untersucht an Fallbeispielen in Nordwestdeutschland“

Eine Zusammenfassung dieser Doktorarbeit finden Sie in der Anlage
„Vieh oder Tier? Dimensionen des Mensch-Nutztierverhältnisses in der heutigen Landwirtschaft“ Jürgens, Karin, 2008 , open access

Es gibt zu dem Zusammenhang zwischen „Bestandstötungen im Tierseuchenfall“ und posttraumatischen Belastungsstörungen aber auch neuere wissenschaftliche Literatur.

Aus Südkorea von 2020 zu den negativen psychosozialen Folgen bei Keulungsteams:
„Traumatic Stress of Frontline Workers in Culling Livestock Animals in South Korea“

Eine wissenschaftliche Literaturauswertung aus den USA von 2023
A Literature Review of the Psychosocial Impacts on Livestock Producers and Veterinary Responders Involved with Depopulation During and After an Animal Health Emergency” Beth Galles University of Nebraska Medical Center
Dort wurden 19 wissenschaftliche Untersuchungen aus der ganzen Welt ausgewertet, auf den Seiten 15-17 finden Sie einen tabellarischen Überblick über die Ergebnisse. Es wurden verschiedene Berufsgruppen interviewt: Landwirte, Landarbeiter aber z. T. auch Veterinäre, die in Deutschland zu den Berufsgruppen mit dem höchsten Suizidrisiko zählen.

Auch wenn das Ausmaß der psychosozialen Belastungen sowie mögliche Reaktionen sehr schwanken, steigt das Bewusstsein für die hohe psychische Belastung von Menschen, die in tierseuchenbedingten „Bestandstötungen“ beruflich involviert sind.

Es gibt in Deutschland bereits verschiedene Hilfsangebote für betroffene Landwirtsfamilien.

24/7 Krisenhotline der Landwirtschaftlichen Sozialversicherungen:

https://www.svlfg.de/krisenhotline

Anonyme kostenlose Beratung rund um die Uhr durch Psychologen oder psychiatrische Fachpflegekräfte; das Angebot richtet sich inhaltlich breit an „Sorge um den Betrieb, Stress am Arbeitsplatz, Konflikte in der Familie, kritische Lebensereignisse

Die SVLFG bietet auch jenseits der Akuthilfe mehrere zertifizierte Hilfsangebote zur seelischen Gesundheit von Landwirtsfamilien an:

https://www.svlfg.de/gleichgewicht

Zusätzlich gibt es von Seiten der Kirchen in Deutschland in mehreren Regionen „Sorgentelefone bzw. Landwirtschaftliche Familienberatungen“. Die Angebote unterscheiden sich, unter dem Link finden Sie eine Deutschlandkarte mit den Angeboten:

https://landwirtschaftliche-familienberatung.de/index.html

Für das Kirchengebiet Hessen und RLP hat Maren Heincke z. B. beim ASP-Ausbruch 2024 eine kurze Handreichung dazu verfasst und dies über die zuständigen „Notfallseelsorge-Infosysteme“ zentral versendet. Außerdem hat sie im Jahr 2006 während der „Vogelgrippe“ ein grundsätzliches Manual für Seelsorger verfasst.

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